Gerichtsbericht: Free Panther

Dienstag 31.5
Amtsgericht Tiergarten Saal 455

Es war der Tag der Entscheidung. Vor Gericht stand der Genosse Panther angeklagt des schweren Landesfriedensbruchs und versuchter schwerer Körperverletzung.
Doch schon bevor man den Saal betreten konnte, war der Prozess im Gange. Die Hauptzeugin (eine 21-jährige Beamtin) erschien nur mit mehreren Polizeibeamten sowie versteckt unter Perücke und Brille zur Verhandlung, aus angst vor Übergriffen, wie sie sagte.
Mit dieser unberechtigten Grundstimmung einsteigend verlief der Prozess auch weiter. nachdem die Grundsätzlichkeiten verlesen wurden, kam es zu der (Falsch)Aussage der Beamtin, gefolgt von den ersten Fragen seitens des Richters, welche jedoch reinste Zuspielungen waren, um die Klage vollkommen zu bestätigen. Dieses Spiel betrieb danach dann auch die Staatsanwaltschaft. Lediglich die Verteidigung verkannte die Lage nicht und ließ sich nicht mit oberflächlichen Antworten oder gar wagen Vermutungen abspeisen.
So wurde nach dieser Vernehmung das Bild dieser Verhandlung offensichtlich. Egal wie widersprüchlich oder oberflächlich die Aussagen sein mögen, sie sind feststehend und glaubwürdig für das Gericht. Ab diesem Zeitpunkt war das Urteil klar. Schuldig, egal was kommt.
Nach dieser Hauptzeugin kamen die festnehmenden Beamten zu ihren Aussagen.
Hier wurde ebenfalls das Bild der Verhandlung offensichtlich, nicht nur das widersprüchliche Aussagen zur Hauptzeugin und zu den anderen Kollegen einfach abgetan wurden, es wurde den Beamten auch schon fast ihre Aussagen auf einen Silbertablett serviert. Die Fragen waren mehr rhetorisch als auf die wahre Aufklärung des Falles gerichtet.
Zum Schluss wurde noch eine Entlastungszeugin gebracht, welche aber kaum Beachtung vom Gericht fand.

Und nach dieser Farce von Verhandlung und nachdem die Aussagen (unter der Zensur der Schuldigkeit) ausgewertet und beschlossen waren kam es zur Verhängung des Urteils.
Es wurde 2 Jahre Haft auf 3 Jahre Bewährung und 150 Sozialstunden festgesetzt mit denen nun unser Genosse leben muss.
So erging dieser Prozess zwar mit der Entlassung aus dem Gefängnis für unsern Genossen, jedoch für einen hohen Preis.
So endet wieder ein Prozess und fast die Freiheit eines Genossen „im Namen des Volkes“, doch welches Volk hier geurteilt hat ist fraglich.

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